Montag, 22. Mai 2017

Ergebnisse zur Onlineumfrage

 


Bei der Onlineumfrage des Lawinenwarndienstes Kärnten wurden 164 Antworten abgegeben. Die Hauptfrage zum Lawinenprognosebericht des Lawinenwarndienstes Kärnten in der Saison 2016 / 17 hat ein eindeutiges Votum für den Prognosebericht gegenüber dem Lagebericht (74,8% zu 25,2%) ergeben.
 
Die Selbsteinschätzung, auf einer fünfteiligen Bewertungsskala, der Erfahrung im alpinen Gelände bei winterlichen Bedingungen hat ergeben, dass sich an der Befragung überwiegend Alpinisten mit „sehr guter“ bis „professioneller“ Erfahrung beteiligt haben.
 
Dass der Lawinenwarndienst Kärnten „am richtigen Weg“ ist zeigt auch die Beantwortung der Frage über die Zufriedenheit mit der Qualität des Berichtes. Bei den negativ abgegebenen Anmerkungen  war auffallend, dass bei der Bewertung mit 4 (Genügend) und 5 (Nicht genügend) eine Anmerkung (Verbesserungsvorschlag) nur bei 25% erfolgte und dass von diesen Anmerkungen wiederum 90% positive Anmerkungen zum Bericht beinhaltet haben.

 
 
Zu allen Anmerkungen (Verbesserungsvorschlägen), für die der Lawinenwarndienst sehr dankbar ist, sei nur allgemein bemerkt, dass diese alle Punkte betroffen haben, mit welchen der LWD in der vergangenen Saison ebenfalls noch nicht zufrieden war.
  • Mit einer graphisch verbesserten Darstellung haben wir mit den vorhandenen Mitteln etwas zu kämpfen, sind aber mit der „Lösungsfindung“ laufend beschäftigt und auch schon einige wesentliche Schritte vorangekommen, welche in den Sommermonaten für die kommende Saison umgesetzt werden.
  • Eine morgendliche Beurteilung der Situation nach dem Prognosebericht (Vorabend), ist bereits während der vergangenen Saison erfolgt und wird auch in der kommenden Saison erfolgen. Mit den vorhandenen Ressourcen wird es aber bei einem „Haupt“-Bericht bleiben.
  • Die Aufbereitung von Lawinenereignissen hat sich auch in der abgelaufenen Saison, derzeit noch intern, bereits wesentlich geändert und wird sich in der kommenden Saison neu präsentieren.
 
Mit dieser Zusammenfassung der Online-Umfrage des Lawinenwarndienstes Kärnten darf sich der LWD nochmals für die Teilnahme recht herzlich bedanken und allen Bergbegeisterten eine schöne und vor allem unfallfreie Sommersaison wünschen.
Für weitere Anregungen etc. steht der LWD immer zur Verfügung. Die Kontaktdaten findet ihr auf der Homepage des Lawinenwarndienstes.
 
 

Samstag, 29. April 2017

Lawinenabgang am Mölltaler Gletscher – Abseits der gesicherten Piste!




Am Samstag, den 29. April 2017 ist am Vormittag eine große Schneebrettlawine unterhalb des Schareck-Gipfels (3123 m) im Schigebiet Mölltaler Gletscher, an einem südwestlichen Steilhang abgegangen. Drei Wintersportler fuhren im freien Gelände und lösten das 700 lange und 300 m breite Schneebrett. Zwei Wintersportler konnten durch eine Schussfahrt herausfahren und ein Wintersportler wurde mitgerissen und teilverschüttet. Der Teilverschüttete wurde leicht verletzt. 150 Einsatzkräfte der Bergrettung, Alpinpolizei, 15 Lawinensuchhunde sowie Rettungshubschrauber und der Polizeihubschrauber Libelle waren im Einsatz. Der Lawinenkegel wurde sicherheitshalber von den Einsatzkräften sondiert.

Eine Bildaufnahme zeigt die große Schneebrettlawine außerhalb des gesicherten Skiraumes im Schigebiet Mölltaler Gletscher (Foto: E. Heine privat)





Donnerstag, 27. April 2017

Der Winter kehrt in den hohen und hochalpinen Lagen zurück!




Am Donnerstag hat eine stürmische Nordströmung polare Kaltluft in die Kärntner Gebirgsgruppen gebracht. In den nordwestlichen Gebirgsgruppen Kärntens gibt es Schnee bis in hohe Tallagen. Am Wochenende überwog meist ungetrübter Sonnenschein, ausgenommen waren die nördlichen hohen Tauern,  und es wurde deutlich milder. Auch der stürmische Wind aus Norden wurde schwächer. Am Montag drehte die Strömung auf Südwest und die Nullgradgrenze stieg auf  2400 m. Auch die Luftmassen wurden zunehmend trockener. Am Dienstag stellte sich eine föhnige Südwestströmung mit teils starkem Südwestwind ein. Erst am Mittwoch zog eine neuerliche Störung mit starken Niederschlägen aus Südwesten über die Kärntner Gebirgsgruppen. Die Schneefallgrenze lag zuerst oberhalb von 2000 m. Das Tief über Oberitalien bringt reichlich Regen und in den hohen und hochalpinen Lagen Neuschnee bis zu 150 cm und mehr.
 
 


 

 
Messungen am letzten Donnerstag (20.04.) mit winterlichen Temperaturen - 15°C auf 24040 am Hochtor/Viehbichl, durch die Südwestströmung (siehe Bild Windrichtung) stiegen die Temperaturen wieder an.


Die Nordströmung mit Neuschnee und der stürmische Wind sorgten am vergangenen Donnerstag und am Freitag  für Triebschneeablagerungen an der noch vorhandenen Altschneedecke. Teils wurden 20 cm und mehr an Neuschneemengen in den Staulagen der Hohen Tauern gemessen. Am Wochenende haben die kurzen Sonnenfenster in den Staulagen wiederum für leichte Setzungen der Schneedecke gesorgt, und in den besonnten Hängen wurde die Schneedecke auch durchfeuchtet und aufgeweicht. Am Sonntag wurden durch die kurze Störung in den Hohen Tauern neuerliche Schneemengen von 10 cm und mehr gemessen. In den übrigen Gebirgsgruppen sorgte die Sonneneinstrahlung für eine gute Setzung der noch vorhandenen Schneedecke. Am Mittwoch wurde die  Schneedecke durch Regeneintrag bis auf eine Seehöhe von 2400 m durchfeuchtet und oberhalb dieser wurden Neuschneemengen in den Karnischen Alpen bis zu 40 cm, in der Kreuzeckgruppe und den Hohen Tauern bis zu 30 cm gemessen. Durch die zunehmende Intensität der Niederschläge in den nächsten Tagen sollte es teilweise in den südwestlichen Staulagen bis zu 150 cm Neuschnee geben.



Der Neuschnee in den letzten 24 Stunden sorgte für einen Anstieg der Lawinengefahr  (INCA Karte ZAMG)





In den hohen Lagen der hohen Tauern liegt noch reichlich Schnee, bis zu 210 cm Schnee wurde an der LWD - K Messstation Hintere Lucke (2316 m) in Mallnitz gemessen. Neuschneezuwachs  Donnerstag (20.04) , Sonntag (23.04.)  und Donnerstag (27.04.)

 
 
Anstieg der Lawinengefahr in den Hohen Tauern auf EHRHEBLICH am Donnerstag (20.04.2017) und ab Mittwoch den 26. April 2017. Auch in der Kreuzeckgruppe und den Karnischen Alpen stieg die Lawinengefahr auf ERHEBLICH am Donnerstag an. In den Gailtaler Alpen herrschte ab Donnerstag MÄSSIGE und in den Nockbergen und Karawanken GERINGE Lawinengefahr. Die Niederschläge mit Neuschnee und Wind sorgten für umfangreiche störanfällige Triebschneeablagerungen ab 2400 m in den südwestlichen Gebirgsgruppen Kärntens.
 
Am Mölltaler Gletscher ging am Freitag, den 21.04.2017 außerhalb des gesicherten Schiraumes eine Schneebrettlawine ab. An der Schneedecke auch die Windspuren klar erkennbar. (Bild: WEBCAM - Gletscherbahnen)
 
 
 
 
ERHEBLICHE Lawinengefahr in den Hohen Tauern, in der Kreuzeckgruppe und in den Karnischen Alpen
 




 

 



Mittwoch, 19. April 2017

Rückblick





Vom Frühling in die tief winterliche Tage. In den nördlichen Gebirgsregionen, in hochalpinen Lagen, wurden Mittwoch auf 3106 m (ZAMG Sonnblick) – 16,5°C gemessen. Eine Nordströmung brachte polare Kaltluft.  Im Bereich des Tauern Hauptkammes blieb das Wetter in den letzten Tagen unbeständig mit Niederschlag, Wind und kühlen Temperaturen. In den restlichen Gebirgsgruppen setzte sich am Samstag und Sonntag die Sonne durch. Am Ostermontag und dem darauffolgenden Osterdienstag hielt die Kaltluftzufuhr mit Niederschlägen in den nordwestlichen Gebirgsgruppen an. Die Schneefallgrenze sank bis unter 700 m und die Temperaturen in 2000 m erreichten – 8 °C. In den südöstlichen Gebirgsgruppen wurden nur geringe Niederschlagsmengen gemessen mit einer Schneefallgrenze teilweise bis in höhere Tallagen. 
 
 
Neuschneemengen ~ 60 cm wurden an der LWD Messstation Hintere Lucke (2316 m) im Ankogelgebiet/Hohe Tauern  gemessen.



 

Starker Temperaturrückgang in hohen Lagen
(LWD Messstation Hochtor/Viehbichl 2404 m)
 
 
 
 


Im Bereich  Hochtor/Viehbichl (2404 m) Heiligenblut wurden  60 cm Neuschneezuwachs gemessen.



Es wurde winterlich! Bis Donnerstag, dem 20.04. wird in den Hohen Tauern  bei starkem Wind und kalten Temperaturen (auf 3000m bis -16 °) einiges an Neuschnee hinzukommen. Die aufsummierten Neuschneemengen können dabei im Norden zwischen 50 – 60 cm, in der Kreuzeckgruppe zwischen 10 – 20 cm, in den Nockbergen 10 – 15 cm, im den übrigen Gebirgsgruppen 10 cm betragen.

 
 
 
 
Der stürmische Nordwind sorgte für frische Treibschneesammlungen! (ZAMG INCA Karte)
 

Die Hauptgefahr geht dabei von frischem Triebschnee aus. In den Hohen Tauern, wo aus Norden übergreifende Schneeschauer immer wieder für etwas Neuschnee sorgten und durch den stürmischen Nordwind verfrachtet wurde, bildeten sich frische störanfällige Triebschneesammlungen und daher stieg die Lawinengefahr in den Hohen Tauern auf ERHEBLICH (2200 m) an. In der Kreuzeckgruppe herrschte durch die Niederschläge am Osterwochenende MÄSSIGE Lawinengefahr. In den nordwestlichen Nockbergen und in den Karnischen Alpen herrschte vorwiegend GERINGE Lawinengefahr.

 

 



 

 

Donnerstag, 13. April 2017

Schon Frühling oder doch noch Winter?


Am Donnerstag zog eine Kaltfront mit lebhafter Nordströmung in den Alpenraum und die Temperaturen sanken in 2000 m auf 0 °C. Nur in den Hohen Tauern hat es einen Niederschlag, in hohen Lagen Neuschnee, gegeben. Am Freitag zogen noch teils ausgedehnte Wolkenfelder mit einem geringen Niederschlag in den Hohen Tauern. In den restlichen Kärntner Gebirgsgruppen wurden keine nennenswerten Niederschläge gemessen. Am Wochenende zog eine Warmfront durch mit vereinzelten Wolkenfeldern ohne Niederschläge mit Temperaturen bis zu +8 °C in 2000 m. Ab Monat zogen wieder etwas labilere Luftschichten mit Quellbewölkung und einzelne geringe Niederschläge über die Gebirgsgruppen Kärntens. Es entstanden in den Staubereichen lokale gewittrige Niederschläge. Meist setzte sich der Hochdruckeinfluss mit Sonnenschein und milden Temperaturen durch.  






Neuschnee bis zu 15 cm in hohen und hochalpinen Lagen der Hohen Tauern, unter 2400 m zuerst Regen und nur mehr geringe Mengen an Schnee - Angezuckert  (Bildquelle WEBCAM Asten/Sadnighaus 1876 m am Donnerstag 06. April 2017)








Kein Schnee an den südseitigen Hänge, Stellhöhe (links) 2815 m, Rotwandeck (mitte) 2715 m und ganz rechts mit der Magernigspitze 2640 m in den Hohen Tauern (Bildquelle: WEBCAM Asten/Sadnighaus 1876 m am Donnerstag, den 13. April 2017)





 


Neuschnee in den Hohen Tauern - Mallnitz Hintere Lucke 2316 m bis zu 15 cm am Donnerstag den 6. April 2017 und am Freitag sorgte der Nordwind für starke Windverfrachtungen - siehe Anstieg der Schneehöhe an der LWD - K Messstelle




Donnerstag zog eine Kaltfront mit lebhaften Nordwind - Der Nordwind sorgte für Triebschneesammlungen
(LWD - K Messstelle Hintere Lucke in den Hohen Tauern)





 

Temperaturverlauf der letzten 7 Tage in den Hohen Tauern (LWD - K Messstelle Hintere Lucke 2316m)

 
Erst gab es in den Hohen Tauern Neuschnee, bis zu 15 cm wurden an den Messstellen gemessen. Mit dem zunehmenden lebhaften Nordwind wurden frische Triebschneeablagerungen in hohen und hochalpinen Lagen gebildet. In den restlichen Gebirgsgruppen sorgte der Regen in hohen Lagen für eine weitere Durchfeuchtung der Schneedecke, während es im Südosten des Landes meist sonnig war und Frühlingsverhältnisse herrschten. Allgemein ist die Ausaperung weiter fortgeschritten und eine durchgehende Schneedecke ist sonnseitig meist nur noch ab einer Seehöhe von 2600 m und schattseitig ab rund 2200 m vorhanden. In den schattseitigen Hanglagen ist noch immer das Altschneeproblem, bodennahe Schwachschichten mit kantigen Kristallen zu finden.



Anfangs dieser Wochenberichtsperiode herrschten typische Frühlingsverhältnisse mit mehrheitlich geringer und mässiger Lawinengefahr in den Hohen Tauern. Ab Samstag herrschte in den Karnischen Alpen, Kreuzeckgruppe und in den Hohen Tauern geringe Lawinengefahr. In den restlichen Gebirgsgruppen ist die Ausaperung bis in die hohen Lagen fortgeschritten und weitgehend schneefrei.

Ab dieser Woche wurde vom Lawinenwarndienst Kärnten zur Lawinenprognoseberichterstattung eine Online Umfrage gestartet!

Näheres:

ONLINE UMFRAGE

https://goo.gl/forms/clQ2ArDBaTFzjczm2

 

Freitag, 7. April 2017

Online-Umfrage zum Lawinenbericht der Saison 2016/2017


Dem vielfach geäußerten Wunsch, den Lawinenbericht, als wichtiges Tourenplanungsinstrument, früher zur Verfügung zu stellen, wurde vom Lawinenwarndienst Kärnten in der nun bald zu Ende gehenden Wintersaison 2016/2017 insofern Rechnung getragen, als dass der Lawinenbericht als Prognose bereits am Vortag bis gegen 18.00 Uhr herausgegeben wurde.
 
https://goo.gl/forms/clQ2ArDBaTFzjczm2
 
Mit der Umfrage möchten wir herausfinden ob Sie mit dem Bericht zufrieden waren und was wir für die nächste Saison noch verbessern können.
Zum Starten einfach HIER klicken, sie benötigen nicht mehr als max. 10 Minuten.

Danke!

Donnerstag, 6. April 2017

Wochenrückblick


Im Alpenraum herrschte am Donnerstag und am Freitag Hochdruckeinfluss mit trockenem schönem Wetter. Immer wieder zeigten sich ein paar Quellwolken ohne Niederschläge. Die Tagestemperaturen erreichten bei einem schwachem Südwestwind in 200m ~ + 7 Grad. Erst am Samstag sind in den westlichen Gebirgsgruppen die Gipfel in Quellbewölkung geraten und es  wurde auch ein wenig kühler im Alpenraum. Am Montag und am  Dienstag, waren die Berge oft von Wolken umhüllt, die Sicht eingeschränkt und es gab vereinzelt in den Bergregionen auch Niederschläge. Schnee fiel oberhalb von etwa 1700 bis 2100 m (Neuschneemenge bis 20 cm). Kleinere Wolkenlücken sorgten auch für ein paar Sonnenstrahlen vor allem in den südlichen Landesteilen. Am Mittwoch lockerten die Wolken im Tagesverlauf auf und es zeigte sich auch öfters die Sonne. Donnerstag  zeigt sich das Wetter bei starkem Nordwind schon von der Früh weg aufgelockert nur in den Hohen Tauern ist es noch stärker bewölkt. Durch die Abkühlung sinken in 2000 m die Temperaturen auf 0 Grad.


Neuschneemengen in den letzten 24 Stunden in den Kärntner Gebirgsgruppen lt. INCA Analysekarte


Die größten Neuschneemengen ~ 20 cm sind in den Hohen Tauern gemessen worden. LWD - K Messstation Hochtor/Viehbichl 2404 m

 

 

Die Ausaperung schreitet durch die milden Temperaturen weiter voran. Die noch vorhandene Altschneedecke ist meist bis 2800 m Seehöhe stark durchfeuchtet. Auch der geringe Regeneintrag sorgte für eine zusätzliche Durchfeuchtung der Schneedecke. Neuschneemengen von ca. 20 cm wurden in den nordwestlichen Gebirgsgruppen gemessen. In den westlichen Karnischen Alpen ab 2200 m wurden Neuschneemengen bis 15 cm gemessen. Schattseitig  in hochalpinen Lagen können noch bodennahe weiche Schichten als Schwachschichten dienen.
 
Temperaturverlauf der letzten 7 Tage - Abkühlung durch den Niederschlag in den letzten 24 Stunden - LWD - K Messstation Hochtor/Viehbichl 2404 m
 

 

Aufgrund der Frühjahrssituation herrschte bis Mittwoch  in den Hohen Tauern, Kreuzeckgruppe, Karnischen Alpen und Karawanken GERINGE Lawinengefahr mit einem tageszeitlichen Anstieg. Die Neuschneemengen der letzten 24 Stunden sorgten für einen Anstieg der Lawinengefahr auf MÄSSIG in den Hohen Tauern. In hochalpinen Lagen, vor allem in den schattseitigen Hängen können kleinere Lawinen losgelöst werden. In den Gailtaler Alpen, Nockbergen, Gurktaler Alpen und auf der Sau und Koralpe wurde auf Grund der Ausaperung der Schneedecke keine Lawinengefahrenbeurteilung durchgeführt.  

Eine winterliche Landschaft im Schigebiet der Turracher Höhe - Nockberge am Dienstag, dem 4. April 2017

Montag, 27. März 2017

Rückblick


Vor dem letzten Wochenende dominierte ein Hoch über Mitteleuropa. Am Wochenende (Sonntag, 19. März 2017) näherte sich eine Kaltfront mit Niederschlägen in den Hohen Tauern. Die Alpensüdseite blieb wetterbegünstigt. Am Wochenbeginn stellte sich wieder zunehmender Hochdruckeinfluss mit einem  ruhigen Bergwetter ein. Die Tagestemperaturen stiegen in 2000m bis zu + 7 Grad. Am Dienstag (21.März 2017) und Mittwoch (22. März 2017) herrschte kurzer Störungseinfluss in den südlichen Staulagen mit geringen Niederschlägen. Im Nordosten blieb es meist trocken. Donnerstag (23. März 2017) und Freitag (24. März 2017)  gab es noch in den westlichen und südlichen Gebirgsgruppen dichtere Wolken. Bei mäßigem Südwestwind lag die Frostgrenze bei 2500m. Am Samstag (25. März 2017) war das Wetter meist freundlich und mild. Erst am Sonntag (26. März 2017) zog ein Kaltfrontausläufer über die südlichen und östlichen Gebirgsgruppen mit vereinzelt geringen Niederschlägen. Es kühlte bis in den Tallagen deutlich ab.

Milde Temperaturen auch in den hohen Lagen der Hohen Tauern, Abkühlung am Sonntag (26.03.2017) - LWD Messstation Elewitschwand 1993m
 

Sonnenschein und milde Temperaturen sorgten zunehmend für eine Durchfeuchtung der Schneedecke bis in hohen Lagen. In tiefen und mittleren Lagen ist eine durchgehende Schneedecke kaum vorhanden. In den schattseitigen Nordhängen wurden bei Schneedeckenuntersuchungen noch immer bodennahe Schwachsichten mit kantigen Kristallen gefunden. Am vergangenen Wochenende (Sonntag, 19. März 2017) brachte eine Kaltfront in den Hohen Tauern Neuschnee bis zu 20 cm und mehr. In den restlichen Gebirgsgruppen wurden in den letzten 10 Tagen keine nennenswerten Niederschläge gemessen. Die stark durchfeuchtete Schneedecke konnte sich erst in den letzten beiden Tagen durch die nächtliche Ausstrahlung verfestigen und einen tragfähigen Harschdeckel bilden.
 
 
Milde Temperaturen in mittleren Lagen in den Karawanken  -  Abkühlung am Sonntag,  (26. März 2017)
LWD Messstation Koschuta 1282m 


Neuschneezuwachs am Sonntag, dem 19. März 2017 in den Hohen Tauern - LWD Messstation Hochtor/Viehbichl 2404m
 

Meist herrschte in den Kärntner Gebirgsgruppen MÄSSIGE Lawinengefahr und in den schneeärmeren Regionen Gruktaler Alpen und auf der Sau und Koralpe GERINGE Lawinengefahr. Durch die Niederschläge mit Windeinfluss in den Hohen Tauern stieg die Lawinengefahr am letzten Sonntag (19. März 2017) auf ERHEBLICH an. Ab Mittwoch herrschte wieder verbreitet MÄSSIGE Lawinengefahr. Ab Sonntag, dem 26. März 2017 wurde die allgemeine Lawinengefahr in den Kärntner Gebirgsgruppen mit GERING beurteilt. Selbstauslösende Nassschneelawinen wurden meist in den besonnten steilen Hängen bis in hohen und hochalpinen Lagen beobachtet.

 

Mächtigkeitsverlust der Schneedecke auch in hohen Lagen der Hohen Tauern - LWD Messstation Elewitschwand 1993m

 


Mächtigkeitsverlust der Schneedecke - LWD Messstation Koschuta in den Karawanken 1282m

 

 
Kein Schnee liegt an den südlichen Hanglagen wie hier am Bretterkopf (1428m) , unterhalb des Langkofels (2060m) in der Kreuzeckgruppe

Nur geringe Mengen an Neuschnee fielen am Sonntag, dem 26. März 2017 in den Karnischen Alpen - Untere Feistritzeralm 1550m.

Zusammenfassend wird festgestellt, dass eine geschlossene Schneedecke an den südlichen Expositionen ab 2500m zu finden ist in den nördlichen Expositionen ab 2000m. In hohen schattseitigen Lagen sorgt die Kältereserve in der Schneedecke noch für das Bestehenbleiben der bodennahen Schichten mit kantigen Kristallen. Es besteht in diesen Expositionen weiterhin das Altschneeproblem!

Donnerstag, 16. März 2017

Wochenrückblick

 


Nach dem Durchzug einer Warmfront am vergangen Donnerstag drehte die Höhenströmung auf Nordwest und brachte durch eine  Kaltfront am Freitag in den nordwestlichen Gebirgsgruppen Kärntens Neuschnee. Eine Hochdruckwetterlage stellte sich vom Wochenende bis an Donnerstag ein und die Temperaturen stiegen in 2000m über 0 Grad.



Die Temperaturen beginnend mit plus Grad bei der LWD Messstation Viehbichl/Hochtor 2404m am Donnerstag und mit der Abkühlung durch die Kaltfront am Freitag/Samstag (10-11.3.2017) der Temperatursturz.



Die Schneedecke wurde meist vom Wind geprägt. Windspuren, Windgangeln und Wechten bildeten sich durch den meist über Verfrachtungsstärke wehenden Wind. Mit Neuschnee, in den Hohen Tauern wurden bis zu 70 cm gemessen, bildeten sich größere  störanfällige Triebschneeablagerungen. Erst ab Sonntag konnte sich die Schneedecke durch die nächtliche Ausstrahlung und tagsüber durch die Sonneneinstrahlung setzten und verfestigen. In schattseitigen Expositionen gibt es nach wie vor bodennahe Schwachschichten mit den lockeren, kantigen Kristallen.  Schneedeckenuntersuchungen bestätigen die Schwachschichten in nördlichen Expositionen. Eine geschlossene Schneedecke liegt meist erst ab 1000m. In den besonnten Hängen ist die Schneedecke bereits durchfeuchtet.



Die Schneedecke vom Wind geprägt.
 
 
 

Windspitzen über 100 km/h wurden in den Hohen Tauern am Ebeneck 2650m gemessen.




Schneeverfrachtung in den Hohen Tauern Ebeneck




Neuschnee ~ 70 cm in den Hohen Tauern. LWD - Messstation Hintere Lucke/Mallnitz 2316m

Auch in den westlichen Nockbergen auf der Turracher Höhe wurden bis zu 25 cm Neuschnee gemessen. LWD Messstation Turracher Höhe 1816m



Die Lawinengefahr wurde am vergangenen Freitag durch die Niederschläge in den Hohen Tauern mit GROSS beurteilt. In der Kreuzeckgruppe, Karnischen Alpen, Karawanken und Gailtaler Alpen wurde die Lawinengefahr mit ERHEBLICH in den restlichen Gebirgsgruppen mit MÄSSIG und GERING beurteilt. Ab Montag herrschte in den Hohen Tauern noch ERHEBLICHE und in den restlichen  Kärntner Gebirgsgruppen allgemein MÄSSIGE Lawinengefahr. Am Dienstag ist die Lawinengefahr zurückgegangen und wurde überwiegend mit MÄSSIG beurteilt. In den schattseitigen Expositionen wurde nach wie vor auf das Altschneeproblem hingewiesen.


Eine mächtige Schneedecke liegt in den Hohen Tauern - Hintere Lucke 2466m 



Schneedeckenuntersuchung wurden gemeinsam mit dem Leiter GrInsp. Horst Wohlgemuth der  Alpinpolizei Spittal an der Drau   in den Hohen Tauern im Schigebiet Ankogel - Hintere Lucke 2466m, durchgeführt.

Schneeprofil - Hintere Lucke im Schigebiet Ankogel - Hohen Tauern



In den besonnten Hängen, im Schigebiet von Naßfeld in den Karnischen Alpen  verliert die Schneedecke zunehmend an Mächtigkeit 

Insbesondere wird auf die Lawinenaktivität von vergangenem Wochenende hingewiesen. Hier wurden nicht nur die Lawinenaktivitäten mit Personenbeteiligung am Samstag festgestellt, sondern vor allem in den Hohen Tauern wurden viele selbstauslösende Schneebrettlawinen in schattseitigen steilen Expositionen beobachtet. Leider verunglückten durch Schneebrettlawinen auf der Turracher Höhe   sowie an der Landesgrenze zu Salzburg  am Schönfeld/Innerkrems zwei Menschen.



Lawinenunfall Königsstuhl 2090m, am 11.03.2017 im Thomatal/Schönfeld bei Innerkrems (Bild: LWD Salzburg und AEG Lungau)



Lawinenunfall am Kornock - Turracher Höhe Bild: LWD - K
 

Samstag, 11. März 2017

Lawinen in den Kärntner Gebirgsgruppen!



Am Samstag, den 11. März 2017, um ca. 09.15 Uhr machten vier Tourengeher aus dem Bezirk Spittal an der Drau auf die Seebachspitze in der Kreuzeckgruppe eine Skitour.

Die vier Skitourengeher querten einen steilen Nordhang (~35°) in einer Höhe von 2050m und dabei lösten sie ein Schneebrett. Einer  der Skitourengeher wurde verschüttet und ein weiterer Skitourengeher teilverschüttet. Die beiden anderen Kameraden retteten den verschütteten Skitourengeher. Der verletzte Skitourengeher wurde in das Bezirkskrankenhaus Lienz geflogen.

Bergrettung, Alpinpolizei Spittal an der Drau, C7 Rettungshubschrauber und die Libelle Kärnten standen im Einsatz. Die vier Skitourengeher waren mit LVS Geräte und ABS Rucksäcke ausgestattet.






 
 
Ein weiterer Lawinenunfall ereignete sich auf der Turracher Höhe am Kornock in den Kärntner Nockbergen. Am Samstag, den 11. März 2017 um ca. 12.10 Uhr wollte eine Gruppe von fünf Wintersportlern aus Graz im Schigebiet Turracher Höhe, in einer Seehöhe von ca. 2100m einen Nordhang im freien Skiraum befahren. Es löste sich eine ca. 150 m breite und ca. 200 m lange Schneebrettlawine mit einer Anrisshöhe von 110 cm. Aufgrund des Ausmaßes der Schneebrettlawine wurde eine 16-Jährige und ihre 10-jährige Schwester, die in der Zwischenzeit zu ihrer Schwester abgefahren war, erfasst und mitgerissen. Die 10-Jährige wurde nur teilweise erfasst und blieb unverletzt etwa in Hangmitte liegen, ihre 16-jährige Schwester wurde mitgerissen und im Lawinenkegel vollständig verschüttet. Das verschüttete Mädchen wurde nach ca. 1 Stunde in 2 m Tiefe des Lawinenkegels geborgen und  mit dem Rettungshubschrauber C 11 in das Landeskrankenhaus Klagenfurt geflogen. Leider verstarb das 16 jährige Mädchen.
 
 
Die fünf Wintersportler lösten an einem steilen Nordosthang ein Schneebrett und dabei wurde eine Variantenskifahrerin total verschüttet.





Webcam Bilder zeigen den Lawinenhang!
Eine weitere Lawine nur einige hundert Meter entfernt haben zwei Wintersportler auf der Nordostseite des Rinsennocks - Turracher Höhe (STMK) ein weiteres Schneebrett losgelöst. Einer der Wintersportler wurde mitgerissen und wurde teilverschüttet und blieb unverletzt.  
 
 
 
Schneebrett vom Rinsennock mitsamt Einfahrtsbereich des Wintersportlers. Im Talboden befindet sich die Winkleralm in der Steiermark  Foto: LWD-K